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Foto: Köln Musik / Guido Erbring

Von Tod und Teufel

29. Juni 2026

„Walpurgisnacht“ in der Kölner Philharmonie – Klassik am Rhein 07/26

„Durch Qualm und Schwüle rennt er schon, und ist am Ort! Drüben schallt es fort und fort: Hinter‘m Berg, hinter‘m Berg, brennt es in der Mühle!“ Hektische Szenarien, die die Menschheit nicht erst seit dem Klimawechsel zu spüren bekommt. Gerade die Musiker hatten Erfahrungen mit zahllosen Bränden, was an der damals heiklen Beleuchtungstechnik der Theater lag: Der schöne Schein barg große Risiken.

Der Dichter Eduard Mörike entwarf dieses oben angerissene Drama in einer Ballade aus einer Zeit, die immer auch Schuldige suchte für solche Katastrophen und natürlich auch Retter und Warner. „Der Feuerreiter“, eines seiner berühmtesten Gedichte, fand zahlreiche musikalische Bearbeiter. Jetzt erklingt das beliebte Klavierlied, groß besetzt mit Chor und Orchester, in der Vertonung des Österreichers Hugo Wolf.

Der Dirigent Paul Krämer vereint in der Kölner Philharmonie seine langjährig betreuten Chöre, die Kartäuserkantorei Köln und den Philharmonischen Chor Bonn, um laut Ankündigung „schaurig-schöne Geschichten“ zu erzählen. Dies geschieht mit und ohne Gesang, auch das Philharmonische Orchester Hagen rückt so in die Solistenreihe. Eine dieser Geschichten ist der „Dance macabre“ von Camille Saint-Saëns. Populär ist das Werk wegen seiner starken Farben, Rhythmen und nachhaltigen Eindringlichkeit. Sogar von der Kultband Ekseption wurde es aufgegriffen – Rockfreunde erinnern sich. Die Szene: Zwei Liebende beschwören ihre verbotene Beziehung auf einem schummrigen Friedhof, während der personifizierte Tod ihnen ein Ständchen geigt.

Eine rasante Orgelfassung dieses Tanzes fertigte Franz Liszt an – von ihm stammt das Chorwerk mit Solisten „Die Glocken des Strassburger Münsters“. Der Solo-Bariton schlüpft hier in die Rolle des Luzifers, er spricht zu den Glocken – auch der Chor hat einiges zu leisten. Der Nachmittag mündet in „Die erste Walpurgisnacht“, die der junge Mendelssohn als moderne Kantate vertonte: Mendelssohn verkehrte bereits als Kind beim Rat in Weimar und erfreute den Dichterfürsten mit brillantem Klavierspiel. Goethe hat die Umsetzung seiner Dichtung nicht erleben dürfen. Auch in der Philharmonie geht mit diesem Konzert kurzfristig das Licht aus – bis das Sommerfestival beginnt.

Kartäuserkantorei Köln / Philharmonischer Chor Bonn: Walpurgisnacht | So 12.7.26 16 Uhr | Kölner Philharmonie | 0221 28 02 80

Olaf Weiden

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