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Bieten live auch etwas fürs Auge: Blond
Foto (Ausschnitt): Sarah Storch

Wann durchstarten, wann aufhören?

01. Januar 2024

Der Konzert-Januar läuft sich nur langsam warm – Unterhaltungsmusik 01/24

Nach dem Jahreswechsel geht es mit den Konzerten üblicherweise etwas zögerlich los. Der Dezember-Trubel steckt noch in den Knochen, da kann man es etwas langsamer angehen lassen. Das denken sich alle, außer die Veranstalter des Winter-Jazz im Stadtgarten, die für ihre 13. Ausgabe gleich 11 Bands mit improvisierter Musik aller Couleur bei freiem Eintritt auf die drei Bühnen des Stadtgarten schicken – allesamt junge, experimentierfreudige Bands aus dem Kölner Raum (Stadtgarten, 6.1., ab 19 Uhr). Nach dem Winterjazz kommt erst mal lange nichts. Kein Wunder also, dass am 18.1. in der Live Music Hall eines der ersten Kölner Konzerte des Jahres 2024 schon ausverkauft ist. Die Shoegaze-Ikonen Slowdive können es selber kaum glauben, dass sie noch mal so große Erfolge feiern – und dann auch noch bei einem jungen Publikum.

Um Publikumsandrang müssen sich die Goth-Rocker The Sisters of Mercy um Andrew Eldritch bislang keine Sorgen machen. Das könnte sich aber ändern, nachdem im Herbst diverse Konzerte abgebrochen oder verschoben wurden – letzteres auch in Köln. Eldritch wirkte auf der Bühne lustlos, fast abwesend. Über das Thema Rente kann man ja auch als Rockstar mal nachdenken. Warum tut man sich und dem Publikum das an? Zumindest haben die Sisters of Mercy seit ein paar Monaten mit Kai von Esprit D‘Air einen sehr jungen, neuen Gitarristen (21.1., 20 Uhr, Carlswerk Victoria).

Über Rente sollten die drei von Blond noch nicht nachdenken müssen. Nina und Lotta Kummer (die Schwestern der Kraftklub-Brüder) an Schlagzeug, Gitarre und Gesang sowie Johann Bonitz an Elektronik und Bass waren gerade volljährig, als sie durchgestartet sind. Mit Mitte 20 haben sie nun ihr zweites Album vorgelegt und feuern in ihren nah am Mainstream orientierten Hits wieder vor allem feministische Prosa ab. Live kann man sich nicht nur an ihrer Spielfreude, sondern auch an ihren fantasievollen Bühnenoutfits erfreuen (23.1., 20 Uhr, Live Music Hall). Ghost Woman bergen ihren Sound tief aus den Echokammern der 60er Jahre – mal psychedelisch-noisig, mal folkig. Hinter dem Retrosound, der auch mal an Spacemen 3 erinnert, steckt der Kanadier Evan John Uschenko, der beim dritten Album innerhalb von 18 Monaten inzwischen von der Drummerin Ille van Dessel unterstützt wird (25.1., 20 Uhr, Bumann & Sohn).

Christian Meyer-Pröpstl

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