
The Expendables 2
USA 2012, Laufzeit: 104 Min., FSK 18
Regie: Simon West
Darsteller: Sylvester Stallone, Jason Statham, Jet Li, Dolph Lundgren, Tery Crews, Randy Couture, Bruce Willis, Arnold Schwarzenegger, Liam Hemsworth, Chuck Norris
>> www.expendables2-film.de
Oldschool-Actioner
Die Jungs
„The Expendables 2“ von Simon West
Der Auftakt dieses Sequels ist bereits das Actionhighlight des gesamten Films. Und das ist gar nicht mal verkehrt so, hämmert es doch dem geneigten Fan von Anfang an das Grinsen ins Gesicht. Die Expendables stürmen ein befestigtes Lager in Pakistan und befreien zwei Geiseln. Wuchtig, brachial, blutig geht es zu, und die rüstigen Profis haben wie immer Spaß bei der Arbeit. Später werden die ehernen Söldner gen Albanien ziehen, wo ein Terrorist plant, mit ein paar Kilo Plutonium das Gleichgewicht der Weltmächte zu erschüttern.
Im Schnitt sind die beteiligten Stars so alt wie Dolph Lundgren - 55 Jahre. Wir zählen mal zum Spaß von oben herunter: Chuck Norris (72), Sylvester Stallone (66), Arnold Schwarzenegger (65), Bruce Willis (57), Dolph Lundgren (55), Jean-Claude Van Damme (52), Jet Li (49), Randy Couture (49), Jason Statham (45), Terry Crews (44). Eine Garde, die dem Kino zeigt, wo actionmäßig der Hammer hängt: Irgendwo zwischen Spaß und Seele, zwischen Krach und Rock ‚n‘ Roll. Ein Groß an Stuntmen bürgt für den Oldschool-Look, der den Streifen von perfekt gepixelter, zeitgenössischer Actionware angenehm abhebt. Und Stallones Beteiligung am Drehbuch verleiht dem Streifen so viel Humor und Tiefe, wie man sie einem Genreprodukt wie diesem eben zumuten kann. So bleiben auch die vielen Minuten nach dem Intro, in denen die nächste Actionsequenz lang auf sich warten lässt, kurzweilig. Die Jungs stemmen das mühelos mit Spaß und Charakter.
Während Jet Li schon früh abspringt, sind Chuck Norris und Jean-Claude Van Damme neu mit an Bord. Van Damme als eiskalter Antagonist, Norris als allmächtiger Supersoldat. Der Auftritt ist ein Geschenk für den Ältesten der Alten, er war noch nie so cool. Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger dehnen ihre Cameo-Auftritte diesmal etwas aus und dürfen tatkräftig mitmischen. Und nein, wir können es nicht mehr hören: „I’ll be back.“ Seite an Seite mit der Konkurrenz offenbart sich jetzt auch dem letzten Zweifler Schwarzeneggers Talentlosigkeit: So ausdruckslos, wie der Österreicher seine Sprüche herunterkurbelt, so lustlos, wie er neben dem Geschehen steht – misslich ergänzt durch sein inzwischen recht unvorteilhaft zerfleddertes Äußeres stellt dieser Auftritt seinen momentanen „Comeback“-Versuch als Schauspieler nachhaltig in Frage. Und wenn ihm Bruce Willis seinen Endlosspruch auskontert mit „You’ve been back enough“ ist das so witzig wie wahrhaftig. Aber egal, für diesen Spaß hier ist das genug, der Film schleift Schwarzenegger mit. Sylvester Stallone scheint in den zwei Jahren seit „The Expendables“ auch sichtlich gealtert, er und Schwarzenegger teilen sich scheinbar denselben Facelifter - aber Stallone kann zumindest spielen und geht die Sache sichtlich mit Herzblut an. Vielleicht muss auch nur mal der alberne Bart weg.
Wie bereits in Teil Eins treten die Expendables als Retter und Befreier auf. Mit Baskenmützen auf dem Kopf schleichen sie sich im Resistance-Kämpfer-Look durchs osteuropäische Feindgebiet. Pro Gastauftritt ein Logikfehler – das ist grob die Richtung, und insgesamt ist das so unglaubwürdig, dass es völlig egal ist. Hier steht schließlich der Spaß im Vordergrund, nicht Kontinuität. Was nicht heißt, dass die Jungs aufhören sollen.
(Hartmut Ernst)

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