Traditionell ist der Juli der Ferien- und Reisemonat schlechthin. Langzeitprognosen wird es ein insgesamt heißer und trockener Monat werden, womöglich mal wieder heißer als uns lieb ist. Sowohl das europäische Wettermodell ECMWF als auch die amerikanische Wetterbehörde NOAA prognostizieren für den gesamten Monat überdurchschnittliche Temperaturen und weniger Regen als üblich. Gleichzeitig erinnern sie daran, dass Hitze, Dürre und Extremwetter inzwischen zusammenhängen und verheerender Starkregen ebenfalls möglich ist.
Machen wir uns daher auf alles gefasst. Auch auf die als „größte Fest aller Zeiten“ angekündigte Feier zum 250-jährigen Bestehen der USA am 4. Juli. Ein Datum, das hartgesottene Fußballfans hierzulande eher mit dem Wunder von Bern verbinden dürften – jenem überraschenden 3:2 Sieg gegen Ungarn im WM-Finale 1954. Sönke Wortmann hat das Ereignis 2003 in seinem Film „Das Wunder von Bern“ festgehalten. Wie der US-Präsident diesen Tag inszenieren wird, war zum Zeitpunkt des Schreibens noch offen. Auf jeden Fall: GROSS. Vieles deutet allerdings darauf hin, dass Donald Trump vor allem sich selbst feiern wird. Dass zahlreiche eingeladene Stars ihre Teilnahme an seiner geplanten Mega-Show abgesagt haben, spricht für die Künstler. Auch den 19. Juli, Datum des WM-Endspiels in New Jersey, wird Trump wahrscheinlich als Plattform zur Selbstbeweihräucherung nutzen. Für Fußball selbst scheint er sich eher am Rande zu interessieren – es sei denn, die FIFA beehrt ihn wie Ende 2025 mit einem eigens für ihn fabrizierten „FIFA Peace Prize“.
Weitaus überzeugender wirkt da der 25. Friedenspreis des Deutschen Films, mit dem kürzlich künstlerisch herausragende Werke mit humanistischer, gesellschaftspolitischer und friedensstiftender Dimension geehrt wurden. Preisträger waren u.a. Ilker Çatak für „Gelbe Briefe“und Cherien Dabis für „Im Schatten des Orangenbaums“. Der Ehrenpreis ging an Edgar Reitz. Aber zurück zum Fußball. Der bereits mehrfach ausgezeichnete Film „Dry Leaf“ des georgischen Filmemachers Alexandre Koberidze ist ein ungewöhnliches Roadmovie: Ein Vater sucht darin seine verschwundene Tochter, die als Fotografin durch Georgien reist, um Fußballplätze zu dokumentieren. Davon sind im Film fast so viele zu sehen wie während der WM. Drei Stunden dauert dieser Film. Wer sich darauf einlässt, bekommt eine Reise ganz eigener Art. Und das Kino bietet noch weitere Reiseerlebnisse. „Die Camino Therapie“erzählt von der ungewöhnlichen Pilgerreise eines straffälligen Jugendlichen und seiner Betreuerin, „Auf zwei Rädern“ begeben sich die Freunde Philippe und Matthias quer durch Europa und „Mit leiser Stimme“ reist die in Paris lebende Lilia zum ersten Mal nach Tunesien, wo sie ihr Pariser Leben geheim halten muss. Neben Reiseerlebnissen bietet das Kino viele weitere Abenteuer und Emotionen. Heiß erwartet wird etwa Christopher Nolans „Die Odysee“, ein starbesetzer Film, der bereits als Blockbuster des Jahres gehandelt wird.
Blättern Sie durch die nächsten Seiten, schauen Sie, was alles im Kino auf Sie wartet – und genießen Sie den Sommer.
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