Sonntag, 14.8.2011, 10 Uhr: Geißbock Hennes VIII. tritt überraschend von seinem Amt als Maskottchen zurück. Reporter zitieren Hennes mit den Worten, er könne „die ganze Sch…“ nicht mehr mit ansehen. Seit Jahren gehe das nun schon so, und seine Zwischenrufe vom Spielfeldrand würden permanent ignoriert oder als „Blökerei“ verunglimpft. Außerdem sei das Gras im Stadion auch nicht mehr das, was es einmal war.
11 Uhr: Hennes VIII. präzisiert auf eine Rückfrage nach den Gründen für seinen Rücktritt, er habe tatsächlich das Gras auf der Wiese und nicht eine umgangssprachliche Bezeichnung für ein bekanntes Psychostimulantium gemeint.
12 - 15 Uhr: Die Facebook-Freunde von Geißbock Hennes sammeln Unterschriften, um ihn noch einmal umzustimmen. In einer Videobotschaft zeigt sich Hennes gerührt ob so viel Anteilnahme. Doch brauche er nun eine längere Auszeit im Ausland, etwa in den Rocky Mountains. Danach würde er sich über eine eventuelle Rückkehr in den Fußball Gedanken machen.
16 - 20 Uhr: Nach dem Rücktritt des Geißbocks überlegt die Vereinsführung, als Ersatz und zwecks Beruhigung der Fans einen Trainer aus der traditionalistischen „Grasfresser“-Schule zu reanimieren, Pardon, engagieren. Doch es gibt eine Absage nach der anderen. Begründung in den meisten Fällen: Auf so etwas habe man „keinen Bock“.
23:59 Uhr: In einer spiritistischen Sitzung nimmt der FC-Vorstand Kontakt zum letzten FC-Meistertrainer Hennes Weisweiler auf. Weisweiler verweist auf sein Standard-Lehrbuch „Der Fußball. Taktik, Training, Mannschaft“, das bei Amazon erhältlich sei. Aufatmen und große Erleichterung unter den Vorstandmitgliedern; das muss die Lösung sein. Als die Vorstände das Buch per Fax bestellen wollen (mit Internet und E-Mail kennt man sich nicht so aus), stellen sie fest, dass das Faxgerät in der FC-Geschäftsstelle noch immer defekt ist.
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