Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der große Knall kommt. Die Selbstheilungskräfte des Marktes sind aufgebraucht. Selbst die Lenker des Kapitalismus glauben nicht mehr daran. Statt auf Wachstum spekulieren sie schon auf den Untergang des Systems. In „Das Himbeerreich" von Dokumentarfilmer und Autor Andres Veiel sprechen nun die, die das Finanzsystem und seine perversen Gesetzte von innen kennen. Rund 1.500 Seiten Interviewmaterial von echten „Big-Playern" am Investorenmarkt hat er auf Theaterstücklänge und sechs Protagonisten eingedampft, von denen bei Regisseur Stefan Herrmann wiederum nur noch vier geblieben sind. „Am Anfang arbeitest du mit ein paar Millionen, dann kommt 'ne Null dran und noch eine...", erklärt einer der aus dem Himbeerreich Gefallenen in Anzug und Krawatte. Hinter einem Netz am vorderen Bühnenrand sammeln sich auf vier abgeteilten Bahnen: ein Testosteron-Banker, einer, der hadert, eine abgeklärte Brokerin und ein Chauffeur neben abgegriffenen Sätzen wie:„Risiko und Ertrag sind siamesische Zwillinge."
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