Klassentreffen funktionieren nach dem Motto „Bekannte Gesichter, gemischte Gefühle“. Man hat sich Jahre nicht gesehen, hat sich angeblich verändert; private Bulletins und berufliche Statusberichte sollen das beglaubigen. Dann stellt sich jedoch schnell wieder die alte Hackordnung her.
Das muss ihm erst mal jemand nachmachen: Seit 18 Jahren leitet der Kulturmanager Rick Takvorian das Schrittmacher Dance Festival Aachen. Seit letztem Jahr mit dem Zusatz „just dance“, also einem besonderen Bekenntnis zum Tanz, wohl weil der allzu oft im Theatralen oder Performativen unterzugehen drohte.
Mit Mitte 50 wollte es Giuseppe Verdi noch einmal wissen. Paris sollte ihm zujubeln für seine letzte „Grand Opéra“, die er für die Weltausstellung 1867 komponiert hatte. 270 Proben und acht Monate dauerte die Einstudierung seines „Don Carlos“ – um am Ende einen frustrierten Komponisten, ein nur mäßig begeistertes Publikum und mäkelnde Kritiker zu hinterlassen.
Gehören Sie auch zu denen, die letzten November an einem Samstagmorgen um 10 Uhr aufgestanden sind, um einen Vormittag voller enttäuschter Hoffnungen vor ihrem Computer zu verbringen? Kraftwerk, das einzige Düsseldorfer Pop-Projekt von Weltrang, hatte acht Konzerte in der Heimatstadt angekündigt – die Server brachen unter der Last der Karten-Nachfrage zusammen.
Das Domicil in Dortmund, die Klangbrücke in Aachen, der berüchtigte Bunker Ulmenwall in Bielefeld und der Ort in Wuppertal sind just mit Landesmitteln ausgestattet worden, die Spielstättenprogrammprämien genannt werden. Bewertet wurde das Programm der Wintersaison, für die vier Sieger gibt es 10.000 €, damit können die Privatbühnen tatsächlich etwas anfangen
Nachdem das Grenzlandtheater im letzten Jahr bewiesen hatte, dass man ein Broadway-Musical („Der Mann von La Mancha“) durchaus ohne Qualitäts-Einbußen auf einer kleinen Bühne produzieren kann, fuhr man dieses Mal nur mit der Frage nach Aachen.
Zu den derzeit wichtigen und gewiss auch attraktivsten Ausstellungen in NRW gehört die Schau der Gemälde von Peter Paul Rubens im Von der Heydt-Museum in Wuppertal.
Er ist ein Junkie der Klassischen Musik, so betont Sir Simon Rattle gern. Und dem smarten Briten darf eine Sucht nach neuen musikalischen Erfahrungen und Auseinandersetzungen unterstellt werden. Seit zehn Jahren lenkt er den Rolls Royce bzw. den Maybach unter den Orchestern, das „berühmteste“ Orchester der Welt.
Schnell weist der Sound des Schweizer Quartetts um den Saxophonisten Christian Münchinger in die goldenen 1960er Jahre des Jazz. Wie quicklebendig solche Ausflüge sein können, bewiesen die vier Mannen nun im Dortmunder Domicil.
Seit der Finanzaffäre 2007 kommt jetzt der dritte Intendant. Rein Wolfs wird neuer Chef der Bundeskunsthalle in Bonn. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) stellte jetzt den niederländischen Intendanten in Berlin vor und bekannte sich zur Spitzenförderung.

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