
Erich Fried – Friendly Fire
Deutschland, Österreich 2025, Laufzeit: 113 Min., FSK 12
Regie: Klaus Fried, Julia Albrecht
Ambivalentes Künstlerportrait
Terroristen im Elternhaus
„Erich Fried – Friendly Fire“ von Klaus Fried und Julia Albrecht
Für die 68er-Bewegung war er eine Art Guru, für seinen Sohn bleibt er ein Rätsel: Der Dichter Erich Fried bezeichnete sich selbst als unorthodoxen Linken. Er war KZ-Überlebender und überzeugter Antizionist, pflegte als Pazifist Kontakte zu RAF-Mitgliedern und dem Neonazi und Holocaustleugner Michael Kühnen. Statt auf Distanz zu seinen politischen Gegnern zu gehen, ging er auf sie zu, das Ende des Dialogs bedeutete für ihn den Anfang der Gewalt.
In der Dokumentation „Erich Fried – Friendly Fire“ besucht Klaus Fried Schauplätze seiner Kindheit, die zugleich Treffpunkte der radikalen Linken waren. Dabei gelingt ihm ein Drahtseilakt: Der Film ist eine persönliche Hommage an seinen Vater und eine ambivalente Rückschau auf die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts zugleich.

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