Verdi bricht in seiner ersten Shakespeare-Vertonung radikal mit dem Genre des Belcanto und zeigt die Konsequenzen eines entmoralisierten Machtstrebens auf: Ein Herrscher stürzt sein Land in Krieg und Zerstörung.
Das letzte Getriebe war im Opelwerk 2 in Bochum-Langendreer gerade vom Band gelaufen, da eröffnete das Theater ein Projekt mit dem beschwörenden Titel „This ist not Detroit“. Sicher, Bochum ist nicht gleichzusetzen mit der früheren Autometropole, dem Sinnbild für den Niedergang einer Stadt und zugleich Sitz der Opel-Mutter GM. Doch die Schließung der drei Opel-Werke bis 2016 dürfte die Kommune an der Ruhr erneut einem Strukturwandel unterwerfen.
NRW ist das Land des Tanzes. Mehr als 100 Choreographen leben an Rhein und Ruhr, und die Landesregierung lässt jährlich über 800.000 Euro Produktionsgelder für die Tanzkunst springen. Vor allem jedoch nimmt das Publikum so unmittelbar an den ästhetischen Entwicklungen des modernen Tanzes teil, wie man es sonst nur in Berlin beobachten kann.
Rein rechnerisch ist es beinahe eine Punktlandung. Aus der Perspektive geschickten Marketings allerdings ist Dortmunds Intendant Jens-Daniel Herzog schon reichlich spät dran mit seinem Verdi. Dessen Geburtstag hat sich zwar erst kürzlich zum 200. Mal gejährt, doch den Musikbetrieb hat das wenig geschert. 2013 wurde insgesamt zum „Verdi-Jahr“ erklärt und entsprechend bereits im Januar eröffnet.
Innerhalb der vielfach verschlungenen, verzweigten und verästelten Geschichte elektronischer Popmusik gibt es eine Langzeitbeziehung, die sich als überaus stabil erwiesen hat: die zwischen Akademie und Club. Traditionell verläuft die Arbeitsteilung in dieser Beziehung folgendermaßen. An den Hochschulen lernt man Technologie, Kompositionstechniken und die genaue Beschaffenheit der Frequenzgänge.
Es war ein schöner Gedanke, dass der Jazzdinosaurier Paul Kuhn die Jazztage in Leverkusen mit einem fetten Orchester und Gästen aus seiner Laufbahn als Feier zum 85. Geburtstag eröffnen sollte. Und es diente der Beruhigung, dass als Highlight des Festivals ein junger Mann, rund 50 Jahre jünger als Paulchen, dem Jazz neben Glamour auch eine Prise Frische und Jugendlichkeit einhauchen kann.
Das lässt sich Walter Bockmayer nun schon seit Jahren nicht nehmen: die Kölner Karnevalssaison schon vor dem offiziellen Termin zu eröffnen. So darf im „Scala“-Theater schon seit dem 26.9. geschunkelt und mitgesungen werden, was Hüften und Kehle hergeben.
Berühmt sind die Kamele. Diese Skulpturen, die wie echte Tiere aussehen, ebneten Nancy Graves Ende der 1960er Jahre die internationale Karriere. Auf die Ausstellung im New Yorker Whitney Museum 1969 folgte schon bald der Ankauf von zwei Kamelskulpturen durch Peter Ludwig. Heute sind sie Wahrzeichen des Ludwig Forum in Aachen – eine gefährliche Ehre, weil sie auf ihre exotische Erscheinung reduziert werden könnten.
Das schöne Wort „Netzwerk“ eroberte schleichend unser Privatleben. Netzwerke sind „in“ wie nie, obwohl kaum eine Stadt über mehr Erfahrung mit dem Klüngeln verfügt wie Köln. Wie schön, dass das heutige „Netzwerk Kölner Chöre“ bereits seit zwanzig Jahren existiert, wirklich sinnvolle Arbeit leistet und ganz freiwillig und sogar gerne seine Ergebnisse abhören lässt.
In ihrem Heimatland USA ist Tara Donovan (geb. 1969) längst etabliert, in Europa wird sie jetzt entdeckt. Ihre erste Ausstellung in Deutschland findet derzeit – in Kooperation mit dem Lousiana Museum in Dänemark – im Bahnhof Rolandseck statt.

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